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Sprung Chance Beschreibung der ersten beiden Module

Nun wurde es ernst: Mit dem Start des neuen Schuljahres am 14.September 2010, startete auch unser neues Projekt ‚Sprung Chance‘ in den beiden vierten Klassen der Adalbert-Stifter-Schule in Forchheim. Insgesamt sind 40 Kinder sowie zwei Lehrkräfte einbezogen.
 
Sprung Chance findet im Rahmen des Unterrichts statt. Die Eltern wurden über das Projekt am sogenannten ‚Übertrittelternabends‘ informiert. Bei dieser speziell für die  Eltern der vierten Klassen angelegten Informationsveranstaltung wird das bayerische Schulsystem vorgestellt; schwerpunktmäßig die drei Schularten Mittelschule, Realschule und Gymnasium mit den jeweiligen Schwerpunkten und Ausrichtungen sowie die Anforderungen an die Kinder.
 
An diesem Elternabend waren Dolmetscherinnen für Türkisch und Russisch anwesend. Die türkische Dolmetscherin wurde von ihrer Tochter unterstützt, die den interessierten Eltern Rede und Antwort stand, wie sie den Übertritt in die weiterführende Schule gemeistert hatte.
 
Wie bereits berichtet, verliefen die Vorgespräche mit der Schulleitung und den Lehrkräften sehr positiv, so dass alle Beteiligten motiviert das Projekt starteten. Besonders hilfreich hierbei war der Erfahrungsaustausch mit der Lehrkraft aus Erlangen aus, die seit mehreren Jahren das Programm erfolgreich realisiert. In diesen Fachgesprächen wurden Schlüsselfragen konnten gestellt und beantwortet.
 
Folgendes ist bis jetzt passiert:
In den ersten Schulwochen arbeitete ein Diplompädagoge mit den Jungs, die Diplompädagogin (Clubschwester) mit den Mädchen.
 
1. Modul: ‚Unsere Traumberufe‘
In diesem Modul erarbeiten und formulieren die Kinder ihre Wünsche und Visionen
„Mein Traum“ (Berufswünsche/Lebensplanungen):

Nach einer Vorstellungsrunde erarbeiten sich die Kinder verschiedenste Berufe bzw. Berufsbilder. In Kleingruppen wurden Berufe „gesammelt“: welche Berufe gibt es, welche kenne ich? Im zweiten Schritt malten die Kinder auf ein Plakat ihren Traumberuf und stellten diesen im Plenum vor.
 
Ziel:
Viele Kinder haben keine Vorstellung von der Berufsvielfalt, da im unmittelbaren Umfeld die Vorbilder fehlen. Deshalb sollen den Kindern Berufsbilder und -gruppen vorgestellt werden.
 
2. Modul: Stärken und Fähigkeiten der Kinder
Grundlage ist das gemalte Plakat mit dem Traumberuf. In Kleingruppen geben die Kinder Antworten auf die Fragen:
 
-          Welche Fähigkeiten benötige ich für meinen Traumberuf?
-          Gibt es ähnliche Berufe mit anderen Bildungsabschlüssen (Ärztin = über ein Studium, Arzthelferin = über eine Ausbildung, wenn es mir um den „weißen Kittel geht“, den ich gerne tragen möchte)
-          Was kann ich schon, wo bin ich stark?
-          Was muss ich noch lernen? Wo sollte ich noch üben?
 
Ziel:
Die Kinder sollen zur Erkenntnis gelangen, dass Grundfähigkeiten wie Rechnen, Lesen Schreiben, für ALLE Berufe notwendig sind.

Dieses Modul unterstützt die Arbeit der Lehrkräfte, denn: der Leistungsvergleich angesichts des bevorstehenden Wechsels auf die weiterführenden Schulen erfordert eine Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten, Ansprüchen und Potenzialen. Diese Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft stellt im Rahmen des Faches „Heimat- und Sachunterricht“ der 4. Jahrgangsstufe ein pädagogisches Leitthema dar.
 
Die Plakate werden in der Klasse aufgehängt und das ganz Jahr über mit den neu erworbenen Fähigkeiten der Kinder ergänzt.
 
Im Zuge unserer Projektbeschreibung wollen wir aber auch über Anfangsschwierigkeiten oder Kritik und deren Lösungen berichten:
 
So kam von einigen Eltern die kritische Anmerkung, dass man doch im Rahmen des Unterrichts keine Plakate malen solle, sondern sich lieber mit dem regulären Stoff beschäftigen möchte. Die Lehrkräfte konnten jedoch mit der Gegenargumentation überzeugen, dass, wer sich keine Gedanken über seine Zukunft macht, natürlich auch nicht so richtig weiß, wofür er lesen, rechnen und schreiben lernt! 
 
Das Fazit nach den ersten vier Wochen: Sehr positiv! 
 
Rebecca Ottmann, Oktober 2010
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